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Screenings
23.4.26 14:00
Salthouse
Genre:
Swissploitation Classic
Country, Year:
Schweiz/Deutschland/Spanien, 1976
Duration:
92 Min.
Director:
Jesús Franco
Writer:
Jesús Franco, Jean-Claude Carrière
Language / Subtitles:
Deutsch / Keine
Cast:
Klaus Kinski, Josephine Chaplin, Herbert Fux
DoP:
Peter Baumgartner
Editor:
Marie-Luise Buschke
Music:
Walter Baumgartner
Submitted by:
Ascot Elite

50 years of Swissploitation

Jack the Ripper

JACK THE RIPPER basiert lose auf der Geschichte des Serienmörders, der 1888 in London mindestens fünf Morde an Prostituierten begangen haben soll. Während die Polizei mit Hilfe und Hinweisen aus der Bevölkerung nach dem Täter sucht, findet der Ripper weitere Opfer und wird mit traumatischen Kindheitserinnerungen konfrontiert.

Zurschaustellung sexualisierter Gewalt, Voyeurismus, Perversion: Exploitation-Film ist nicht gerade bekannt für seine Subtilität und kaum einer hat besser als Jesús Franco verstanden, damit Empörung und Abneigung auszulösen. Warum zeigt man sowas überhaupt (noch)? Das Exploitation-Kino war mitunter eine Antwort auf gefallene Zensurgesetze und veränderte politische und gesetzliche Auflagen. Sex, Gewalt, Blasphemie oder die Verunglimpfung politischer Systeme wie dem Faschismus wurden zum Markenzeichen des Exploitation-Kinos. Kalkulierte Rebellion, die mit wenig Produktionsgeld ordentliche Gewinne einspielte. Dass männliche Regisseure dabei primär zeigten, wie Frauen geschändet, vergewaltigt oder ermordet werden, ist keine Eigenheit des Exploitation-Films – physische und psychische Gewalt gegenüber Frauen und Misogynie ist noch immer ein riesengrosses Problem und Teil der «glamourösen» Filmwelt (wer sich für das Thema interessiert, sollte sich unbedingt BRAINWASHED: SEX-CAMERA-POWER, 2022, von Nina Menkes anschauen).

Letztes Jahr wurden in der Schweiz 32 Frauen getötet. 25 dieser Morde waren Femizide, also die vorstäzliche Tötung von Frauen und Mädchen aufgrund ihres Geschlechts. Die Polizei registriert jedes Jahr tausende Fälle häuslicher Gewalt. Allein im Kanton Aargau rückt die Polizei etwa siebenmal pro Tag wegen häuslicher Gewalt aus.

Dieses Jahr feiert JACK THE RIPPER 50 Jahre Jubiläum, Klaus Kinski gibt es nicht mehr und die Schweiz produziert, anders als in den 70er- und 80er-Jahren, lieber leichtbekömmliches Unterhaltungskino. Seien wir uns dennoch gewahr, dass Gewalt gegen Frauen auch hierzulande noch immer an der Tagesordnung ist und wir uns alle aktiv dagegen stellen und entschieden handeln müssen. Die Schweiz sollte genau mit diesem Thema im Blick durchaus mal wieder überkritisches Kino machen. Eines, das die Frauen nicht aus Sicht von Männern als Opfer zeigt – sondern uns allen, wie eine Gesellschaft aussieht, in der Gleichberechtigung und Gleichstellung tatsächlich gelebt wird und die Männer, die es immer noch nicht kapiert haben und sich an ihre Privilegien klammern, mal gucken können, wie das geht.

Beware! [Sexual Assault] [Sexual Content]