Mindestens einmal pro Saison gibt es ein Double Fearture, wo der Spass zu Hause bleiben muss. THE SEASONING HOUSE ist harter Revenge-Horror und thematisiert Verschleppung, Frauenhandel und Zwangsprostitution im Kriegsumfeld. In THE GREEN ROOM wird der Auftritt einer Punkband in einem dubiosen Club zum brutalen Überlebenstrip. Genugtuung gibt einem höchstens, dass es doch wenigstens einigen Faschisten und Kriegstreibern an den Kragen geht.
Als THE SEASONING HOUSE (2012) ohne viel Tamtam auf DVD erschien, wussten wohl viele nicht, was sie damit anfangen sollten. Zu real das Setting am Rande des Bosnienkriegs, zu heftig das Schicksal der Frauen, die entführt und unter Drogeneinfluss zur Prostitution gezwungen werden, und dazu noch ein gehörloses Mädchen, das durch dieses gewalttätige Umfeld navigieren muss. Mir ging der Film damals richtig an die Substanz. Härter als viele Revenge-Filme, in denen Rache zu glorifizierten Heldinnentaten wird, erwächst hier aus Missbrauch und Trauma keine frivole Lust am Töten – es bleibt ein bitterernster Überlebenskampf.
Ähnlich heftig geht es auch bei GREEN ROOM (2015) zur Sache. Eine erfolglose Punkband verschlägt es ausgerechnet in einen abgelegenen Club, der primär von Neonazis betrieben und besucht wird. Als sie im Backstage etwas zu Gesicht bekommen, was sie nicht hätten sehen dürfen, eskaliert die Situation. Es wird schnell klar, dass ihre Tour ohne Gegenwehr an diesem Ort enden wird. Ungewohnt böse spielt Patrick Stewart den charismatischen, aber eiskalt kalkulierenden Anführer der Fascho-Truppe. Es entwickelt sich ein hochspannendes Psychospiel, welches ohne viel Action, dafür mit derben Effekten überzeugt.
12:00 The Seasoning House (2012, 90 Min., E/d), 14:15 Green Room (2015, 95 Min., E/d)
Samstag, 30.01.2027, 11:00
Cinema Excelsior, Brugg
